Seelenspiegel©

Dies ist die Blogseite und Kolumne zu


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Der Tod - Lehrmeister des Lebens


Ich wünsche dir viel Freude und Inspiration beim Lesen


Seelenspiegel© ist ein Buchprojekt über den Tod, das Leben und die Seele

Sterben

Was zählt wirklich, wenn wir sterben, am Ende unseres Leben? Es ist die gelebte Erfahrung, das gelebte Leben und das was wir daraus hinterlassen. Für unsere Nachkommen.

Wo befinden wir uns – wenn wir geboren werden, wenn wir sterben? – Im Optimum dort, wo man uns wertschätzt und liebt, so nackt wie wir sind. Nackt an Gestalt, an Gefühlen, an Emotionen. Wo man uns versteht, jenseits von Worten, jenseits allen Sagbaren. Dort, wo wir vertrauen haben, wo wir loslassen können.


Dort, wo wir Liebe trinken können.


Ich bin gestorben.


An Krankheit, unter Schmerzen am ganzen Körper und entschlafen an der Schwelle, raus aus der Schwere des Seins.


Ich bin gestorben.


Vor Angst, in tiefster Verzweiflung der Seele. Ich habe den Fährmann angefleht, mich abzuholen. Weil ich am Ende meiner Kräfte war. Doch er sagte – Mädchen, so einfach ist das nicht. Du hast noch zu tun.


Ich bin gestorben.


Weil ich mir selbst das Leben nahm. Im Glauben, den Qualen der Prüfungen des Lebens nun entfliehen zu können. Doch war dort ein Land ohne Gnade, im Nebeldunst der Verblendung, des Nicht-Sehen-Wollens. Eine Starre der Leere.


Ich bin gestorben.


Weil man mir das Recht, zu Leben, aberkannte. Was blieb ist eine offene Wunde, die nur durch Vergebung heilen kann.


Ich bin gestorben.


Im Krieg, verhaftet in der Dunkelheit. Habe Höllenqualen erlebt. Höllenqualen der Seele. Gespalten, verzweifelt und jenseits aller Hoffnung. Und ich habe auch Gnade erfahren. Die Gnade, wenn das Licht wieder erscheint, am Ende einer langen Reise durch die dunkle Nacht der Seele. Wenn der Zorn sich legt, die Tränen aus dem Herzen fließen.


Ich bin gestorben.


Im Kreise meiner Lieben. Alt und reich an Erfahrung eines gelebten Lebens. Denn es ist gut gewesen. Jede Träne, jeder Schmerz, jede Freude hat mich in der Seele wachsen lassen. Nun bin ich bereit zu gehen, ja eine Sehnsucht danach, Bilanz zu ziehen, empfangen zu werden um weiter zu gehen und mich nach neuen Aufgaben umzusehen.


Ich bin gestorben. Um leben zu können.


Denn die Seele ist müde von all dem Erlebten, vom Kampf für Ideale. Das Alte ist spröde und zerknittert. Es ist Zeit. Zeit zu verbrennen wie der Phönix. Denn alles muss von Zeit zu Zeit sterben, damit Neues entstehen kann. Dies geschieht nicht im Außen, dieser Prozess ist intim. Nackter als der Leib. Offen und durchlässig. Der Bedürfnisse wenige. Außer im Kreise der Liebsten zu verweilen, am Ort, wo der Leib und die Seele ein zu Hause gefunden haben. Heimat. Heimat ist dort, wo Liebe wohnt.


Und dem Bedürfnis, Frieden zu schließen, mit allem, was war.

Vergebung – sonst nur ein Wort, nun an Bedeutung groß.

Die Welt um mich herum ist besessen vom Wahnsinn der Zeit. Ich trete heraus. Schließe den Overflow der Medien, um die Stille der Ewigkeit zu erfahren. Trete heraus, aus der Flut der Bilder und Worte, die beständig darauf aus sind, unseren Frieden, das echte Leben zu zerstören, uns in den Wahnsinn zu treiben, uns vergessen zu lassen, was wirklich zählt, wer wir sind, wozu wir hier sind. Jeder Einzelne von uns.


Sterbe. Und gebäre Leben.

Die werten Ahnen - Segen oder Fluch? Kraft oder Last?

Jahr um Jahr dreht sich das Rad und wir landen wieder und wieder in der Zeit des Zwielichts, der Ahnen, dort wo die Schleier zwischen den Lebenden und Toten dünn sind.


Dann ist der Run auf die Friedhöfe des Landes groß und wir feiern Halloween, Samhain, Gevatter Tod, Santa Muerte und - die Kraft? unserer Ahnen.


Manche Menschen blicken auf ihre Sippe in guter Erinnerung zurück. Doch für viele ist es eher Last als Kraft, sich ihrer verblassten Sippschaft zu erinnern. Verbunden mit Schmerz, Gewalt, Erbgerichten und Tränen. Das ist die überwiegende Realität. Manche der werten Ahnen geben mit ihren unheilvollen Treiben auch keine Ruhe, wenn sie tot sind. Bleiben in der Zwischenwelt und damit nach wie vor Präsent in Erscheinung und Spuk.. Damit stellen sie ihre Nachkommen vor eine Herausforderung. Was tun? Muss man nun verstorbene Ahnen ehrwürdig als Kraft in den Himmel heben, die uns zu Lebzeiten die Hölle bereitet haben? Welchen Sinn haben sie?

Schwierige Ahnen fordern uns heraus, über uns selbst hinaus zu wachsen. Denn als wir die Inkarnation hier auf der Erde planten… ob wir das nun hören wollen oder nicht… planten wir die Umstände, die uns genau die Seelenentwicklung ermöglichen, die wir brauchen.

Wir können an den gegebenen Umständen wachsen oder zerbrechen, aber wir entscheiden uns selbst für dies oder das. Was ist unser eigener Anteil, unsere eigene Lernaufgabe dabei? Manchmal mag es auch sinnvoll sein, die eigenen Wurzeln erst einmal zu reinigen und die Verantwortung, die wir für andere, und ja, auch für unsere Ahnen und ihre Taten übernommen haben, wieder zurückzugeben. Was dann noch bleibt, verantworten wir für uns selbst.


Um uns an unseren Plan und unsere Lernaufgabe hier zu erinnern, haben wir verschiedene Hilfsmittel. Eine davon ist die Spiegelung unserer Kinder (sowohl die Lebenden als auch die Sternenkinder), unserer Eltern und unserer Ahnen .Was wollen sie uns mit ihrem Verhalten zeigen? Wo sind dabei unsere eigenen Arbeitspunkte? Solange wir hier sind, haben wir Zeit, uns unseren Themen zu stellen. Darunter auch den unangenehmen Dingen - auch Schatten genannt.


Betrachten wir unsere Schatten als Wegweiser und nichts, was wir von uns weisen müssen. Denn transformierte Schattenthemen werden zu Schattenwissen. Und dieses Wissen ist das wertvollste, was wir haben. Es gleicht dem heiligen Gral der Seelenentwicklung. Blicken wir in den heiligen Gral der Schatten, können wir viel zum Wohle unserer Seele tun und damit gleichzeitig zum Wohl in der Sippe und dem Kollektiv. Unser eigener Seelenkern ist die Basis für das, was wir ins Außen geben, und das, was wieder zu uns zurückschlägt. Was wollen wir hinterlassen, wenn wir selbst zu Ahnen werden? Denn nur wenn wir frei sind von Unerledigtem, können wir in Frieden zur Quelle zurück.


Was bleibt, um Frieden zu schließen, mit dem, was war? Es ist unsere Entwicklung in die Selbstverantwortung. Die Verantwortung für unser eigenes Leben, unsere eigene Seele. Denn das, was wir in uns selbst heilen, heilt auch die, die vor uns waren und nach uns kommen.


So kann nun jeder für sich entscheiden, was er mit seinen schwierigen Ahnen macht - Segen oder Fluch, Kraft oder Last, oder jeweils beides?